Jan 05 2011

Deutsche Beileidskarten: Erstellung und Machart

Kommt es zu Todesfällen, werden nach Tradition und dem Wunsch der Angehörigen Zeremonien und Rituale abgehalten. Jede Kultur hat hier eigene Vorstellungen, im deutschen Raum sind beispielsweise Beileidskarten üblich.

Gerade christlichem Denken entspricht es, dass ein Todesfall nicht nur der Verlust einer einzelnen Familie ist, sondern vielmehr der einer ganzen Gemeinde. So gilt es, gemeinsam Abschied zu nehmen, gemeinsam zu trauern und sich gegenseitig Trost zu spenden. Spätere Ideen, die sich auf neu gewonnene Rationalität begründen, versuchen dagegen mehr, geschehenes Unglück zu begrenzen. Trauernde Menschen sind zwar als solche wahrzunehmen, so schnell wie möglich aber wieder in den Alltag einzubinden. Der Idee entspricht es, die Erde sich weiterdrehen zu lassen.

Wenn man also eine Beileidskarte erstellt, sollte man immer zwei Ziele im Sinn haben: erstens sollte Anteil genommen werden, am Leiden der befreundeten oder zumindest bekannten Menschen, zweitens sollten auf irgendeine Weise neue, bessere Perspektiven aufgezeigt werden. Selbstverständlich gilt es aber auch, keineswegs zu übertreiben und den Betroffenen konkret zusprechen zu wollen. Menschen, die tief in Emotionen verstrickt sind, nehmen es oft als äußerst unangenehm wahr, wenn ein breiter Kreis sie bedrängt. Wichtig ist also, stets die angemessene Nähe zu wahren, dem Geschehen nie fern zu bleiben, aber auch keineswegs aufdringlich zu erscheinen.

Meist sind deutsche Beileidskarten in sehr schlichter Art gehalten; nur wenige Worte sind der Regelfall, während sich oft auf kurze Lyrik beschränkt wird. Ein religiöser Ton kann Angehörigen helfen, die einer Glaubensgruppe angehören, während anderweitig tiefgehende Gedankengänge nicht-gläubigen Menschen nahegehen könnten. Wählt man also Dichtwerk oder Zitate für die Beileidskarte aus, sollte man sich im Klaren sein, wie es um die Person des zu Beschenkenden steht. Auch wäre es ratsam, sich individuell auf den Todesfall zu beziehen, wenn man denn meint - falls eine Beziehung vorhanden war -, dazu berechtigt zu sein. Hinterbliebene nehmen es als Stütze wahr, wenn ihre Lieben nicht ohne das Nachblicken ihrer Freunde und Weggefährten aus dem Leben scheiden.

Was das Material angeht, gilt bei einer Beileidskarte auch: Schlichtheit wahren. Bunte Farben sind ganz und gar nicht angemessen, während Bilder nur ermüdend wirken.